Glaser

posted am: 30 Mai 2017

Glas ist in unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Sowohl in der modernen Architektur, als auch im Kunsthandwerk hat das zerbrechliche, vielseitige Material einen festen Platz. Moderne Hochhäuser mit ihrer großflächigen Verglasung oder denkmalgeschützte Gebäude mit Bleiglasfenstern – überall findet das Material Verwendung.

Schon die Phönizier und später die Ägypter nutzten Glas und seit dem 9. Jahrhundert arbeiteten auch in Europa Glasmacher an Kirchen und Klöstern. Heute ist der Glaser, wie er zum Beispiel bei der Glaserei Peter & Michael Wockenfuß GmbH anzutreffen ist, ein anerkannter Handwerksberuf mit vielfältigen Aufgaben.

Es gibt zwei Fachrichtungen. Im Fenster- und Glasfassadenbau beschäftigt sich der Handwerker mit Fenstern und Rahmen aller Art. Vom kleinen Fenster eines Hauses bis hin zur großen Glasfassade eines gewerblichen Gebäudes oder modernen Anbauten wie zum Beispiel des Wintergartens helfen sie bei anfallenden Arbeiten. All dies gehört zu seinem Spektrum. Im Rahmen des ökologischen Bauwesens verwendet er Spezialglas, das wärme- oder schallisolierende Wirkung besitzt. Neben Glas arbeitet der Fensterbauer auch mit vielen anderen Materialien wie Metall, Holz oder Kunststoff. 

Die andere Fachrichtung – Verglasung und Glasbau – widmet sich der Verarbeitung und Veredelung von Glas. Im Baubereich wird im Außenbereich von Gebäuden und auch in der Innengestaltung gearbeitet. Anspruchsvolle Elemente wie Glaskuppeln werden gefertigt, genauso wie Glastüren, Duschen, Spiegel, Vitrinen, Rahmen, Brüstungen oder Möbel. Auch die Kunstverglasung und das Reparieren von Verglasungen gehört mit zum Arbeitsfeld. Dabei verwendet er hochaktuelle Techniken wie Sandstrahlen und UV-Glasverklebung. In der Wirtschaft nutzt eine Vielzahl von Unternehmen das Können von Handwerkern aus der Glasindustrie.

So finden sich Positionen bei Fassadenbauern, Fahrzeugglasereien, Reparaturschnelldiensten, in der Kunst- und Kirchenverglasung oder bei klassischen Glasereien. Auch Firmen im aktuellen Bereich Photovoltaik oder Haussicherheitstechnik beschäftigen Glasbauer.

Das Berufsbild Glaser verlangt handwerkliche Geschicklichkeit, körperliche Fitness und Kommunikationsbereitschaft im Umgang mit Kunden. Die Ausbildung dauert drei Jahre und endet mit dem Abschluss der Gesellenprüfung. Im zweiten Jahr entscheidet sich der Lehrling für eine der beiden Fachrichtungen.  In der Ausbildung lernt der Jungglaser alle Vorarbeiten zur Sicherung einer Baustelle, Umweltschutz, den Umgang mit den verwendeten Werkzeugen, die Bearbeitung von Glas, Kunststoff, Holz und Metallen und den Einbau von Glas- und anderen Bauelementen.

Nach bestandener Gesellenprüfung ist eine Weiterbildung zum Techniker möglich. Dafür muss zwei Jahre lang eine Technikerschule absolviert werden. Die Fortbildung zum Meister dauert in Vollzeit ein Jahr oder in Teilzeit zwei bis drei Jahre. Für die Gründung eines eigenen Unternehmens ist der Meisterbrief die Voraussetzung. Sind die Grundlagen für ein Studium gegeben, kann an einer Hochschule ein Studiengang Keramik, Glastechnik oder Bauingenieurwesen angetreten werden. Das Glaserhandwerk ist eines der vielfältigsten und zukunftsträchtigsten Arbeitsbereiche auf dem Markt. Mit der weiter ansteigenden Verwendung von Glas und Glaselementen im Baugewerbe finden ausgebildete Handwerker in zahlreichen Unternehmen einen Platz. Auch kunstbegeisterte Glaswerker sind gesuchte Spezialisten und haben in diesem Bereich ihr Auskommen.

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